In die Ferne

Interaktive Klanginstallation, ehemaliger Taubenturm des Künstlerhofs Buch, Akademie der Künste, Berlin, 1999
12 Klangmechaniken, Pressluft, 4-Kanal-Klangspur, 4 Lautsprecher, Audioequipment


Die Klanginstallation arbeitet mit dem Raumerlebnis des einzelnen Rezipienten innerhalb des gegebenen Architekturraums des Taubenturms. Sie erstreckt sich über die beiden Etagen desTurms. Parterre wird der Raum von der Abgeschlossenheit kompakter Baukörper (Wände und Innenzylinder) bestimmt. Zwölf Klangmechaniken reagieren in dem abgedunkelten runden Umlauf auf die Bewegungen des Flaneurs. Stets ist es der ihm gegenüberliegende Ort, der durch einen angeschlagenen Klang markiert wird – unsichtbar hinter demTreppenzylinder verborgen und unerreichbar. Leichte Verschiebungen lassen den Klang „hinter“- bzw. „vorlaufen“. In die erste Etage geht es per Wendeltreppe gen Licht und Weite. Hier gibt es den Ausblick in die Ferne, bedingt durch die Höhe des umlaufenden Fensterbandes jedoch ohne jeden konkreten optischen Anhaltspunkt. Aus mehreren Klangquellen im Gebälk durchströmt ein leises, kaum wahrnehmbares Klanggewebe den Raum. Es unterstützt mit seinen diffusen Bewegungen und wechselnden Lautstärken die Assoziation des Entfliegens, des Abschweifens. Die runde Form des Turms bringt den sich darin Bewegenden in Zirkulation und bietet gleichzeitig wenige Anhaltspunkte für die visuelle Orientierung. Ist einem Turm die Möglichkeit des Überblickens einer Situation immanent, so inszeniert die Installation das Unerreichbare, das sich dem Erkennen Entziehende und lässt den Rezipienten schließlich bei sich.

 

  Sound Erdgeschoss  
       
  Sound Obergeschoss